AUFWACHEN!!!!
12. Juni 2010 – 11:54 | 2 Kommentare

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

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..immer muss ich den Anfang machen!

Eingetragen von Vanessa Eden auf 23. März 2010 – 23:044 Kommentare
Lustlosigkeit im Ehebett

Lustlosigkeit im Ehebett

Diesen Satz höre ich oft von Männern – meist von Männern, die eigentlich mal eine echt leidenschaftliche Frau im Bett hatten. Ihre Traumfrau, die sie auf allen Ebenen befriedigte.. körperlich, seelisch und geistig ein Traumpaar – eine Welle, auf der man gemeinsam geritten ist.

Man zieht irgendwann zusammen, da man neben seinem Liebsten am liebsten jeden Morgen wach werden möchte, gemeinsam kochen und essen, Sport treiben und duschen, sich verwöhnen, wann immer man möchte, wann immer die Sehnsucht brennt und es einen überkommt.

Und dabei passiert eines:

In dem Moment, in dem die Beziehung unheimlich vertraut und innig wird, der Partner rund um die Uhr “zur Verfügung” steht, verschwindet bei vielen (meist Frauen) diese Sehnsucht, die Lust für den Partner begehrenswert zu sein. Die Lust auf Sex, so dass meist er den Anfang machen muss.

Das fatale an dieser Situation ist: Je häufiger er den Anfang macht, desto uninteressanter macht er sich für sie! Ein Teufelskreis!

Die eigentliche Frage, die sich dabei stellt ist: Hatten die Frauen zu Beginn wirklich Lust auf Sex oder benutzten Sie den Sex nur als Lockmittel, um sich interessant für ihn zu machen? (Ja, Frauen können das! :-) ) Das Spiel mit der Macht begehrenswert zu sein.. ihn um den kleinen Finger wickeln zu können, bis er ihr aus der Hand frisst. Ich höre oft von Männern, dass die Phase der Leidenschaft endet mit:

  • dem Heiratsantrag
  • der Hochzeit
  • der gemeinsamen Wohnung
  • nach der Geburt des/r Kindes/r

Die Gründe können natürlich vielfältig sein. Möglich wäre, dass sie keine Lust mehr hat, weil:

  • sie ihre Sicherheit gefunden hat
  • er sich weniger Mühe für sie gibt als auch schon mal
  • er sich keine Zeit mehr für sie nimmt, ihr also zu wenig Beachtung schenkt - ausserhalb des Bettes! 
  • er sich mehr für andere Frauen, als für sie interessiert – Frauen spüren das!
  • sie gar nie Lust auf Sex hatte und nur den Zeitpunkt der Sicherheit abgewartet hat
  • sie keine Lust mehr auf ihn hat (die Gründe können vielseitig sein)
  • sie andere Probleme hat und sich beim Sex nicht entspannen kann
  • sich emotionale Verletzungen in der Beziehung aufgestaut haben, so dass sie sich ihm nicht mehr öffnen kann und will (öffnen kann, im wahrsten Sinne des Wortes) 

Ich sehe in all diesen Konstellationen immer wieder denselben Vorgang: Es war gut, man veränderte die Situation – meist die Wohnsituation und es beginnt zu scheitern. Was nicht heißen soll, dass die Wohnsituation alleine daran schuld ist, doch vielleicht wie man diese Wohnsituation gestaltet.

Viele Paare vergessen, dass sie mit einem Individuum zusammen sind. Jedes Individuum braucht Raum und Zeit, um seine Individualität gestalten und leben zu können. In dem Moment, in dem Paare sich fast erdrücken mit ihrer permamenten Nähe ist es doch kein Wunder, wenn die Libido sinkt, oder? Es ist eine Gratwanderung als Paar trotz intimer und geistiger Nähe, die sexuelle Leidenschaft aufrecht zu erhalten.

Auch hier gilt wieder: Miteinander reden und nicht still vor sich her schweigen. Den Partner unter Druck setzen funktioniert nicht, doch seine Bedürfnisse mitteilen ist in jedem Fall zwingend. Abstand in die Beziehung bekommen, Lösungen finden und suchen. Evtl. liegt die Lustlosigkeit der Frau auch am langweiligen Sex – auch wenn er noch so gut ist (wie Männer oft meinen), wenn keine Abwechslung im Spiel ist, die körperliche Anziehungskraft nicht da ist, nützt der beste Gourmetsex nichts.

Und dabei könnte es so einfach sein:

Warum sich denn nicht gegenseitig die Sexfantasien erzählen und den Partner damit sogar ein bisschen eifersüchtig machen? Warum denn nicht einmal einen Swingerclub besuchen und anderen Paaren beim Sex zuschauen (mitmachen ist gar nicht nötig)? Warum denn nicht mal wieder einen Quickie auf der Rücksitzbank im Auto (auch wenn das Bett natürlich bequemer ist, doch Rücksitzbänke erinnern unheimlich an Jugend, Freiheit und Rebellion). Warum denn nicht seinen Partner in Reizwäsche überraschen? Warum denn nicht gemeinsam Porno schauen?
Warum denn den guten Sex ihm und seiner Geliebten überlassen?
;-)

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4 Kommentare »

  • Jürgen sagt:

    Hallo Vanessa,
    was ich nicht ganz verstehe ist, dass das allmähliche Nachlassen der Leidenschaft auf Sex in einer Beziehung immer negativ gesehen wird.
    Als sei das der Maßstab einer glücklichen Beziehung. Ist das so?
    Erfahre ich nur Wertschätzung und Aufmerksamkeit, wenn ich sexuell
    begehrt werde oder begehre? Warum dreht sich in einer Partnerschaft
    soviel um Sex. Gibt es nicht wichtigeres in einer Partnerschaft als sich nur übers vögeln Gedanken zu machen.

    Ich denke Mensch muss sich daran gewöhnen, das Alles neue erst einmal aufregend und interessant ist. Mit der Zeit und nach häufigem tun, tritt eben eine Gewöhnung ein.
    Ist sich ein Paar dessen bewusst, kann es gemeinsam zu neuen Ufern
    aufbrechen und wieder Aufregendes und Neues erleben.

    Übrigens schützt vor zuviel Nähe des Partners, wenn es die Wohnsituation zulässt, getrennte Schlafzimmer. Beide können zusammen einschlafen, müssen es aber nicht jede Nacht.

    Liebe Grüsse
    Jürgen

  • Vanessa Eden sagt:

    Ich müsste an den Beitrag noch hinzufügen: Warum denn den guten Sex ihr und ihrem Liebhaber überlassen? ;-)

    Das war doch sehr einseitig formuliert. Der Gegensatz bringt noch besser zum Ausdruck, dass auch Frauen leidenschaftlichen Sex dem langweiligen Sex vorziehen.

    Ja Jürgen, vielen Dank erstmal für deinen konstruktiven Kommentar, den man/frau sich ruhig mal zu Gemüte führen darf. Ich weiß nicht, ob Du evtl. gestern Maischberger gesehen hast. Es ging um das Thema Ehe und ob diese nur “ohne Liebe” gelingt (da die Ansprüche dann entsprechend niedriger sind).

    Es war sehr interessant! Zu deiner Frage jedoch:
    Ich denke, das ist es eben genau, was es so schwierig macht:

    1. Die Erwartungshaltung der:
    -ewigen Treue
    -100% igen Zufriedenheit
    -Perfektion in der Beziehung

    2. Das, was schlußendlich in Erfüllung geht.

    Ich glaube, dass der Mensch von Natur aus ein unzufriedenes Wesen ist, das immer “mehr” will. Mehr Geld, ein größeres Auto, eine schönere Frau, …. etc. Wieviele Menschen können sich wirklich frei machen von gesellschaftlichen Idealen?? Welche Menschen haben wirklich ihre Mitte gefunden, so dass sie sich nicht anderen Vorstellungen orientieren, sondern IHR eigenes Leben führen, so wie sie es möchten?

    Das Streben nach höher, schneller und weiter wird in der kapitalistischen Gesellschaft vorgegeben.

    Die Sexualität unterliegt einem ähnlichen “Druck”, darf aber auch ihrerselbst nicht unterschätzt werden.

    Sexualität wird ooooft zur Kompensation genutzt, für: alles mögliche. Deshalb wird Sex für viele besonders wichtig. Ich denke, man kann es eben auch seinem Partner nicht vorschreiben, wie er SEINE Sexualität zu leben hat. Das ist es, was ich immer sage: Der Mensch lebt die Sexualität natürlich mit seinem Partner, aber gleichzeitig geht doch seine eigene nicht verloren!

    Das wäre ja Schizophren, wenn ich meine eigene Sexualität immer wieder meinem Partner anpassen würde!! Dann müßte ich doch zugeben, dass ich selbst keine eigene hätte, oder?

    Ok, ich bin persönlich natürlich jetzt nicht gerade das Beispiel einer 20-jährigen Partnerschaft. :-) Aber auch da! Sexualität verändert sich – was mache ich, wenn der Partner nicht mitzieht.

    Ich persönlich kann Menschen verstehen, die sich irgendwann Gedanken machen, für die ihre eigene Sexualität einfach zum Leben gehört, weil sie erfüllt, frei macht, Energie schenkt und einfach ein großes Stück Lebensqualität ist.

    Ich bin allerdings von der Wunschvorstellung abgekommen, dass der Partner ALLE Bedürfnisse erfüllen kann oder sogar muss. Was mache ich mit einem Partner, mit dem alles in der Beziehung passt, bei dem ich mich wohl fühle, wo wirklich alles stimmt. Nur die Sexualität mit ihm lässt zu wünschen übrig, da bestimmte Vorstellungen in verschiedene Richtungen gehen? Mich DESHALB trennen?

    Ich frage mich manchmal: Wie wichtig ist Sexualität denn jetzt wirklich für die Leute, die immer meinen: Der Stellenwert einer Beziehung sollte woanders liegen? Soll ich deshalb einen mir wichtigen Teil aufgeben?

    -Auf der einen Seite, soll sie nicht wichtig genug sein, um sie ausleben zu dürfen, also: Nehm dich doch mal zurück, Du bist schließlich verheiratet und musst treu sein. Auf der anderen Seite jedoch ist sie dann doch soooo wichtig, dass der Partner sich womöglich sogar trennt, wenn der andere ein schönes Erlebnis dieser Art mit einem fremden Menschen geteilt hat.

    Ich hatte letzte Woche das große Vergnügen ein Gespräch mit einem fachlich ausgebildeten Menschen auf dem Gebiet zu führen. Und am Ende kam etwas WUNDERBARES für mich dabei heraus:

    Er nahm einfach die Wertung von “Treue” und “Untreue” aus der Beziehung. Eine Beziehung ist nicht automatisch glücklich, weil sich beide sexuell treu sind, und umgekehrt muss eine Beziehung nicht unglücklich sein, weil man auch schon außer-Haus Sex hatte.

    Ich finde, das lässt sooo viel Spielraum… und jetzt nochmal, um auf meine Sätze zu Beginn zurückzukommen. Ich denke, wir sollten uns FREI machen von den Zwängen und Normen der Gesellschaft… Viele Wege führen nach Rom! Man sollte nur keine Angst haben, wenn man dabei ist einen neuen Weg zu gehen.

  • Jürgen sagt:

    Hallo Vanessa,
    bin ebenso wie du kein Experte für Langzeitbeziehungen.
    Habe aber ebenso wie du (entnehme das jedenfalls deinen Worten)
    gemerkt, dass das Absolute in einer Beziehung meist keinen Sinn macht, sondern der Kompromiss die Regel ist.
    So gesehen hat eine Beziehung etwas dialektisches: mein Blick auf eine Sachlage ist meine These, meine Partnerin hat vielleicht eine andere Meinung und äußert dazu eine Antithese. Und in einem günstigen Falle entsteht dann eine Synthese, die das Beste aus Beiden in einer neuen Sichtweise zusammenfasst.
    Ich weiß, ich weiß, sehr theoretisch das Ganze. Daber dennoch könnte in diesem Geiste der gegenseitigen Offenheit, langfristig eine Partnerschaft funktionieren.

    Zur Sexualität: sicher wir sie von vielen Dingen in einer Partnerschft überlagert, bzw. dient, wie du schreibst, als
    Kompensation für viele Dinge, oder auch zum Machtmissbrauch.
    Daher denke ich es macht fast keinen Sinn “nur” über sexuelle Vorlieben miteinander zu reden ohne auch die anderen Dinge die mit dranhängen zu erwähnen.
    Kommunikation ist hier denke ich der einzige Schlüssel.
    Lässt sich das aber auch mit Gesprächen oder möglichen Arrangement (z.B. außerhäuslicher Sex) nicht klären
    und entwickelt sich eine Partnerschaft langfristig sexuell auseinander, beibt es meiner Meinung nach jedem Partner selbst überlassen seine Konsequenzen daraus zu ziehen.
    Ist einem Partner die kompromisslose Erfüllung seiner Sexualität das höchste Gut,
    und kann er es bei seinem Partner nicht erfüllt bekommen, muss er diesen eben verlassen

    Viele Grüsse
    Jürgen

  • Francesca sagt:

    Diesen Artikel finde ich auch sehr interessant!
    Der Sex in der Partnerschaft ist superwichtig, denn
    sexuelles Interesse am Partner oder an der Partnerin
    zeigt auch seelische Liebe und Hingabe – oder eben nicht.

    Übrigens ziehen sich ganz viele Männer bequem viel zu früh
    - manche um die 40!!!! -aufs Altenteil zurück und wollen ihre
    Ruhe! Von wegen: Mann kann immer!!!

    Vom Ehepartner oder der Ehefrau ein Nonnen- oder Mönchsdasein zu verlangen, ist der Gipfel der Ignoranz und eiskalt!!!
    Dann darf man nicht jammern, wenn sich der Partner oder die vernachlässigte Frau die Liebe – LIEBE – bei jemand anderem holt-
    das ist ihr oder sein gutes REcht!

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