Ein Lob an den Journalismus
Es ist mir ein Bedürfnis an dieser Stelle dem gesamten Journalismus ein Lob auszusprechen! Ich meine damit in erster Linie die Berichterstattung über die Missbrauchsfälle der katholischen Kirche! Es ist für mich, wie wenn ein großer Stein vom Herzen fällt, man endlich wieder aufatmen kann, Luft holen kann, sprechen kann – der Kloß ist ein gutes Stück nach unten gerutscht. Es ist das, was viele Menschen vermutet haben, worüber sich niemand traute zu sprechen, da ja Beweise fehlten… Aber jetzt endlich brechen Teile dieses heuchlerischen Gerüsts und es muss nicht mehr verschwiegen werden. Es ist eigentlich unglaublich, dass es überhaupt so lange gedauert hat, in unserer vermeintlich aufgeklärten, toleranten Zeit.
Nein, trotz der katholischen Erziehung war ich nie Missbrauchs-Opfer eines katholischen Priesters. Nichts desto trotz kenne ich Vorgänge in Familien, die super katholisch Anflüge von Missbrauch (wo beginnt Missbrauch eigentlich?) schön vertuscht haben. Als das Thema auf den Tisch kam, waren die Reaktionen in der Art: “Was hat der gemacht? Der spinnt wohl! – Du! Sag das bloß niemandem, gell? Der kommt ja sonst ins Gefängnis!” – eine andere Reaktion war: “Was bitte? Das hatte ich schon lange vermutet, dass das mal kommt. Aber Du bist ja selbst schuld! Was gehst ihn denn auch besuchen?”
Ja und so ist diese Berichterstattung für mich ein Freiheitsschlag für alle Opfer, denen Mut gemacht wird, die sich endlich trauen dürfen zu sagen, was ihnen passiert ist! Die nicht mehr stillschweigend ihre Vergangenheit ertragen müssen, versuchen müssen sie zu vergessen.
Reden befreit und die Wahrheit erst recht!
Anklagen möchte ich die katholische Kirche nicht, da es viele weitere Orten und Institutionen gibt, die prädestiniert sind für Missbrauchsfälle. Krankenhäuser, Arztpraxen, Sportvereine, etc. etc. Die ELTERN müssen handeln, aufmerksam sein und ihre Kinder rechtzeitig aufklären! Wenn Kinder bereits ab jüngstem Alter missbraucht werden können, sind sie in diesem Alter auch nicht zu jung, aufgeklärt werden zu können. In wenigen Städten übernehmen das teilweise Hilfsorganisationen wie Avalon, Hänsel und Gretel u.a. Präventionsarbeit ist wichtig und Missbrauch sollte zum Thema in jeder Familie gemacht werden. Die meisten aller Fälle von Missbrauch passieren innerhalb der Familie.
Hinschauen und Handeln! Ein typisches, trauriges und aktuelles Beispiel HIER






Hallo Vanessa.
Kindermissbrauch/Kinderpornographie ist natürlich ein sehr trauriges Thema. Besonders deswegen, weil man den Kindern Dinge antut, die sie vorraussichtlich ihr ganzes Leben lang negativ begleiten und zurückwerfen.
Wie du schon schreibst, ist daran nicht nur die Kirche beteiligt.
Als selbst ernannte “moralische Instanz” aber, wiegt das dann doppelt und dreifach so schwer, wenn sich solche Vorwürfe bewahrheiten.
Was dann aber dem Fass den Boden ausschlägt, ist das Ausklärungsverhalten der Kirche. Da wird verschwiegen, verdrängt und unter den Teppich gekehrt.
Dieses Verhalten macht mich einfach nur noch wütend.
Liebe Grüsse
Jürgen
Hallo Jürgen,
danke für deinen Kommentar zu diesem heiklen Thema. Ich dachte es mir erst heute Morgen wieder, als im Radio die Meldung kam, dass sich bereits 100 ehemalige Regensburger Domspatzenschüler gemeldet haben. Die Arbeit des Journalismus, das öffentliche Monieren, und das Geraderücken von Recht und Unrecht macht den Opfern Mut und trägt sicherlich ein gutes Stück nochmals zur Verarbeitung bei.
Interessanter Beitrag! Gebookmarkt