Ich mach dann mal Pause!
22. Juni 2010 – 15:50 | Ein Kommentar

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Die Qual der Wahl bei der Partnersuche

Eingetragen von Vanessa Eden auf 26. Februar 2010 – 01:202 Kommentare

Oder auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual – das ist sogar bewiesen und der amerikanische Psychologe Barry Schwartz erklärt das ebenfalls. Ich meine hier jetzt allerdings nicht die Quantität, auf Grund der enorm hohen Singlehaushalte in Deutschland. Ich rede von der Art und Weise wie ich eine Beziehung führen kann.

Ich habe heute Abend mal wieder das Internet zu bestimmten Themen durchstöbert – also in erster Linie Beziehungsthemen. Ich stieß dabei auf Wolfgang Schmidbauer, Ulrich Clement, und jede Menge anderer Psychologen. Jeder Psychologe und Psychotherapeut hat andere Ansichten zu dem Thema, der Grundtenor lautet jedoch immer mehr:

“Leut, regts euch doch nicht so auf. Monogamie ist die Ausnahme, Seitensprünge die Regel – akzeptiert das doch endlich, macht nicht so nen Stress – im Gegenteil, machts doch einfach auch.”

Ich gehe jetzt einfach mal von meiner Perspektive aus. Selbstverständlich lässt sich das eins zu eins auf die männliche Position übertragen. Ich habe die Möglichkeiten:

  • ich bin monogam + glücklich – er ist monogam + glücklich
  • ich bin monogam + glücklich – er ist monogam + unglücklich
  • ich bin monogam + glücklich – er ist nicht monogam + glücklich
  • ich bin monogam + glücklich – er ist nicht monogam + unglücklich
  • ich bin monogam + unglücklich – er ist monogam + glücklich
  • ich bin monogam + unglücklich – er ist nicht monogam + glücklich
  • ich habe Seitensprünge + heimlich + glücklich – er hat Seitensprünge + heimlich + glücklich
  • ich habe Seitensprünge + heimlich + unglücklich – er hat Seitensprünge + heimlich + glücklich
  • ich habe SS + heimlich + glücklich – er hat SS + heimlich + unglücklich
  • ich habe SS + heimlich + glücklich – er hat SS + offen + glücklich
  • ich habe SS+ heimlich + unglücklich – er hat SS + offen + glücklich
  • ich habe SS + offen + glücklich – er hat SS + heimlich + unglücklich
  • ich habe SS + offen + glücklich – er hat SS + heimlich + glücklich
  • usw usw.
  • ich habe Affäre + heimlich + glücklich – er hat Affäre + heimlich + glücklich
  • ich habe Affäre + heimlich + glücklich – er hat SS + offen + glücklich
  • ich habe Affäre + offen + glücklich – er ist Freier + heimlich + unglücklich
  • usw. usw. usw. usw.
  • usw. usw. usw.
  • usw. usw.
  • usw.
  • ich bleibe SINGLE

Ich denke, ich konnte an obigen Beispiel sehr gut darstellen, wieviele Möglichkeiten ein Paar in der Beziehungsgestaltung hat – und vielleicht kommen die Paarprobleme ja gar nicht von den weitläufig bekannten Dingen, sondern weil sie sich einfach nicht darüber einig werden können, wie sie ihre Beziehung gestalten möchten *Achtung Satire*

Noch ein paar Gedankengänge und Fragen zum obigen Modell:

-Ist Untreue des Partners weniger schlimm, wenn man selbst fremd geht?
-Fordert man Treue deshalb nur so vehement ein, weil man selbst nicht darf?
-Was ist es wirklich, der Besitzanspruch an den Partner? – Das Geld, der Wohlstand, der dabei verloren geht?
-Würde die Ehefrau die Affäre ihres Partners dulden,

  • müsste sie dann weniger oft mit ihm schlafen?
  • wenn der finanzielle Wohlstand gleich bleiben würde?
  • wenn sie endlich wieder besseren Sex mit ihm hätte?
  • wenn er sich endlich wieder öfter duschen würde?
  • wenn sie selbst einen charmanten Liebhaber hätte?
  • wenn die Geschenke noch größer würden?
  • wenn dieser endlich wieder gut gelaunt wäre und ein Zusammenleben erträglicher wäre?

-Würde der Ehemann die Affäre seiner Partnerin dulden,

  • wenn sie sich endlich wieder attraktiver auch für ihn machen würde?
  • wenn sie dann wieder mehr Lust auf Sex mit ihm hätte?
  • wenn sie wieder besser gelaunt wäre, noch besser für ihn kocht, etc.?
  • wenn die Kinder davon nichts mitbekämen?
  • wenn in der Ehe alles beim alten bliebe?
  • wenn der andere in seinem Empfinden eh weniger “drauf” hätte? (also: ein kleineres Auto, Haus, Schwanz, etc.)
  • wenn er seine Affäre auch endlich zugeben dürfte?

Es ist nicht selten der Fall, bzw. meist ist es genau der Fall, dass die Geliebte, die Affäre, der Seitensprung eine Langzeitehe überhaupt erst stabil machen! Der Partner kann über den/die Liebhaber/in viel kompensieren, ihre Batterien wieder aufladen und ist somit auch frischer in einer Langzeitbeziehung. Stress gibt es meistens, wenn es tatsächlich ans Tageslicht kommt – geändert wird schlussendlich aber nichts. Also kann es am Ende doch nicht sooo schlimm sein? Zumal viele Ehefrauen von den fernhäuslichen Aktivitäten doch einiges mitbekommen. So blind sind auch Ehefrauen nicht. Manche sehen einfach nur nicht, was sie nicht sehen wollen – müssten sie dann ja Stellung beziehen und handeln. Ist das traute Heim, das Häuschen und die Wirkung nach außen doch wichtiger? Oder ist einfach alles andere wirklich so gut in der Beziehung, dass das bisschen Sex außer Haus nicht ins Gewicht fällt? 

Und schlußendlich stellt sich dann wieder die Frage? Welches “Glück” ist im Falle der Diskrepanz wichtiger? Das des Partners oder meines? Sind Lügen wirklich Lügen, wenn ich ihm die Chance zur “Verbesserung” und Veränderung gegeben habe, also mit ihm ausdrücklich gesprochen habe, sich aber dennoch nichts ändern wollte? Habe ich dann  das “Recht” mich woanders umzusehen? Verletze ich den Partner mehr, wenn ich mich trenne (und er sich evtl. selbst versorgen muss) oder bei ihm bleibe, aber eine Affäre beginne? Und dann komme ich wieder auf die Frage: Wem bin ich eigentlich treu, wenn ich treu sein sollte: Mir oder dem Partner gegenüber?

Fragen über Fragen – zum Glück muss ich sie nicht beantworten! 

:-)  

In diesem Sinne wünsche ich ihnen mal wieder viel Spaß beim Selbstdenken.  

 

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2 Kommentare »

  • jürgen sagt:

    Hi Vanessa,
    bin weiter auf deiner Seite dabei
    und hoffe du grinst etwas über dieses Lied.

    http://www.youtube.com/watch?v=Z-E5E5YATj4&feature=related

    lg
    Jürgen

  • Michael Klausnitzer sagt:

    Ich möchte das ganze auch noch aus Paar-Psychologischer Sicht betrachten. Da muss man sich die Frage stellen, warum es zum Seitensprung kam. Denn ohne Grund geschiet ja nichts.

    Im dem Sinn gilt es zu unterscheiden: Handelt es sich um einen einmaligen ONS aus Umständen geboren oder um eine längere Affäre?
    Im Fall einer längeren Affäre würde ich tiefer gehen. Dieses übliche Abstempeln “Seitenspringer ist der Schuldige” lehne ich grundsätzlich ab. Das ist zu billig.

    Wer tiefer gehen will muss sie Frage klären: warum ist es dazu gekommen? Was ist falsch gelaufen in der Beziehung? Was passt nicht zwischen den beiden, an den beiden?
    Wer offen diese Fragen bearbeiten will -und es ist Arbeit!- der hat die Chanche den Ursachen auf den Grund zu kommen und langfristig die Beziehung zu retten. Wer nur einfach mit dem Hammer draufschlägt und verurteilt wird kein Problem lösen.

    In dem Sinne sehe ich einen Seitensprung eher als Chance für die Beziehung zu wachsen und sich zu wandeln. Er ist ein Symptom das auch die Chanche auf Verbesserung beinhaltet.

    Michael

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