Bestellung ans Universum

Seien Sie vorsichtig mit dem Bestellen - der Wunsch könnte in Erfüllung gehen
Ich saß also mal wieder eines Nachmittages bei meiner guten Freundin und wir sprachen über Gott und die Welt – am allermeisten jedoch über Männer – worüber sonst?
Meine liebe Freundin S. ist 65 Jahre alt und erzählt mir oft Geschichten aus ihrem Leben und ihren Lieben. Was gibt es schöneres, als sich echte Lebensgeschichten bis ins kleinste Detail erzählen zu lassen, noch dazu, wo S. meinen Lebenswandel, auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen, gut nachvollziehen kann.
Da wird also kein Blatt vor den Mund genommen, was selbstverständlich oooft zum laut Lachen einlädt.
Sie erzählt mir also von diesem Mann, der sie über die gesamte Zeit des Zusammenseins als Geliebte mit Aufmerksamkeiten, tollen Reisen und anderen wertvollen Dingen beschenkt hat. Es gab wohl nichts, was er ausgelassen hatte. Sie reisten in wunderschöne Gegenden, übernachteten in den tollsten Hotels, gingen vor Ort in die schicksten Boutiquen und sie erhielt wertvolle Kleidung, Schmuck, etc.
WOW – dachte ich mir.. muss das toll sein und ich fragte sie naiv, wie man einen Mann dazu bringt, einen als Frau so großzügig zu beschenken – ohne Aufforderung versteht sich *zwinker* und äußerte in diesem Moment den Wunsch: “Ich würde auch gerne mal einen Mann kennenlernen, der mich mit Geschenken verwöhnt.” . Es ist ja nicht nur das Geld, das er haben muss. Er muss selbst auch Freude daran haben, die Frau strahlen zu sehen. Ich stellte mir vor, man fühle sich als Frau in diesem Moment sicher wie eine Prinzessin. Zumal ich dachte: “Bezahlt worden, bist Du jetzt lang genug, jetzt lässt Du dich einfach mal beschenken.” *grins*
Dieses Gespräch führten wir vor über einem Jahr. Kurz darauf sollte ich ihn kennenlernen – genau genommen – zwei Wochen später!
D. und ich verabredeten uns des öfteren und verbrachten eine schöne Zeit miteinander – rein platonisch. Man lernte sich ja schließlich erst kennen *zwinker* Ganz spontan schlug ich vor, gemeinsam Skiurlaub zu machen. Immerhin wollte ich mehr von ihm wissen, denn was ich bereits wußte, war die Tatsache, dass ich mich äußerst wohl in seiner Nähe fühlte. Gesagt – getan – wir fuhren für 4 Tage in die Berge. Bereits einen Tag, nachdem wir im Skiort ankamen, spürte ich, er wollte mir mit einem Geschenk eine Freude machen und wir bummelten an zig Schaufenstern entlang.
Doch mit mir passierte in diesem Moment etwas ganz seltsames.
Vielleicht lag es an der Tagesform, doch die Lust auf Shopping war mir in diesem Moment völlig verloren gegangen. Und außerdem kam hinzu, dass ich immer mehr begann, mich bei ihm wohlzufühlen. Selbstverständlich wußte er auch durch diverse Medienberichte, etc. wer Vanessa Eden ist bzw. war. Im Skiort fand ich also nichts, was ich unbedingt hätte haben wollen und so fuhren wir auf dem Rückweg auf seinen Wunsch hin an Ingolstadt Village vorbei und bummelten auch dort an den Schaufenstern entlang.
Jetzt hatten wir vier schöne Tage zusammen und ein Geschenk sollte das durchaus romantisch, harmonische Wochenende abrunden. So bummelten wir und bummelten weiter an allen Schaufenstern von Ingolstadt Village vorbei – zwischendurch sah ich mir die ein oder anderen Schuhe und Klamotten auch etwas genauer an und Geld schien in diesem Moment keine Rolle zu spielen. Doch da war sie wieder!! Die Tagesform, die keine Lust auf Geschenke hatte. Am Ende der Straße von Ingolstadt Village bei Wolford, entdeckte ich noch ein wunderschönes, schwarzes Dessous-Set. Das gefiel mir wirklich!
Ich ging auf ihn zu und sagte: “Lass uns was essen gehen. Ich hab Hunger!”
Seine Antwort darauf war ein kopfschüttelndes: “Ich versteh dich nicht.”
So fuhren wir also zurück nach Bayreuth und ich fühlte mich gut, äußerst gut sogar. Selbstverständlich wäre es nichts anderes als ein indirektes Bezahlen gewesen – das war mir vorher schon bewusst. Er wollte sich Freikaufen aus den Schuldgefühlen, weil manche Männer noch immer der Meinung sind, Frauen schlafen nur aus drei Gründen mit ihnen, weil:
- sie ihn heiraten möchten, um versorgt zu sein,
- die biologische Uhr tickt und sie sich ein Baby wünschen
- er der tollste Mann auf der Welt ist
Den Schuh allerdings, ich wäre für ein 300,- € Dessous-Set zu haben, wollte ich mir dann doch nicht anziehen. Und das Gefühl beim Einkaufen hatte ich mir irgendwie glamouröser vorgestellt. Am Ende beschloss ich, dass für diesen Zweck doch nur Bares Wahres ist und ich mir in Zukunft meine Dessous lieber selbst kaufen gehe. ;-)
Und die Moral von der Geschicht:
Manche Wünsche willst Du nicht





Liebe Vanessa,
zu dieser Geschichte fällt mir ein Aphorismus von Hans Kruppa ein:
Wer gibt, um zu bekommen, macht sich zum Sklaven seiner Berechnung.
Wer gibt, weil Geben ihm Freude macht, bleibt frei.
Vielleicht machte ja auch “D.” das Geben Freude
Lieber Simulant,
vielen Dank für deinen Beitrag.
Meine weibliche Intuition sagte mir aber, dass für D. erstes Motivation war. Später sollte sich herausstellen, dass ich damit richtig lag.
Lieber Gruß
Vanessa Eden
Liebe Vanessa;
wenn ein Geschenk nicht von Herzen kommt wie in der von Dir geschilderten Person sondern nur als “Ablaß” dienen soll dann habe ich daran auch keine wirkliche Freude und bevorzuge von daher auch Bares. Denn (teils lieblose) Desingersachen akzeptieren mein Vermieter und Co. leider auch nicht als Zahlungsmittel…