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22. Juni 2010 – 15:50 | Ein Kommentar

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Artenvielfalt oder Nachwuchssicherung

Eingetragen von Vanessa Eden auf 25. Januar 2010 – 19:33Kein Kommentar
Quelle: www.neanderthal.de

Quelle: www.neanderthal.de

Überall ist zu lesen: Der Mensch ist nicht monogam. Begründet wird das meist evolutionsbiologisch und logisch. Ja ja.. diese Geschichte kennen wir doch alle. Der Mann besitzt viele viele Spermien, um damit viele verschiedene Frauen beglücken zu können. Und die Frau will auch nicht nur einen Mann. Sie übernimmt wohl die Selektion aus der Vielzahl der Angebote, was aber keineswegs bedeutet, sie würde sich dann mit diesem einen bis an ihr Lebensende zufrieden geben. Sie selektiert nicht den Besten, sondern die Besten für ihren Nachwuchs.

Gewisse Faktoren spielen dabei eine erhebliche Rolle. Die Frau sucht also den möglichst intelligenten, potenten und finanziell starken Ernährer ihrer Kinder. Der Mann sucht die attraktive, besonders weibliche – dadurch fruchtbar wirkende Mutter seiner Kinder. Fruchtbarkeitsmerkmale einer Frau sind ein ausgeprägtes Becken zu einer schmalen Taille (das Verhältnis machts), lange, kräftige Haare, ein wohlgeformter Busen, volle Lippen, schöne Fingernägel, eine gesunde Haut. Überhaupt spielt Gesundheit eine große Rolle auf beiden Seiten bei der Partnerfindung. Dicke Menschen, oder bessergesagt fette Menschen, haben nicht nur das ästhetische Problem bei der Partnerfindung, es geht in erster Linie um den gesundheitlichen Aspekt. Krankheitsmerkmale (wie auch das Übergewicht eines ist) wirkt auf das Gegenüber oft unattraktiv. Mit besonderem Charme ließe sich das beim näheren Kennenlernen vielleicht revidieren, wenn man noch die Chance dazu bekommt.

So, wenn man sich das alles so durchließt, könnte man meinen, der Mensch hat sich seit dem Neanderthaler nicht wirklich viel weiterentwickelt. Zumindest nicht, was seine Urtriebe angeht.

Irgendwann beschloss der Mensch, die Kirche, die Seuchenmoral, etc. dass der Mensch monogam leben sollte. Die Seuchenmoral lässt sich logisch begründen – man wollte eben nicht, dass sich Geschlechtskrankheiten ausbreiten. So weit – so gut. Doch der Mensch ist doch nicht eifersüchtig im Kern, auf Grund irgendeiner Seuchenmoral. Nein, die Evolutionsforschung begründet Eifersucht und den Wunsch nach Treue außerdem logisch, nämlich damit der Nachwuchs sicher aufwachsen kann und die Existenz nicht durch Nebenbuhler gefährdet wird.

Auch diese Begründungen scheinen äußerst logisch und rational sinnvoll, widersprechen sich leider nur komplett selbst.

Also was denn jetzt? Streuung des männlichen Samens, Selektion, aber doch eine ausgesuchte Vielfalt an potenten Männern oder Monogamie, um den Nachwuchs nicht zu gefährden und um Geschlechtskrankheiten vorzubeugen…

Vielleicht einfach beides, da die Lebenserwartung des Menschen enorm gestiegen ist? Was bedeuten könnte: Es wären in diesem langen Zeitraum des Lebens locker mehrere Partner unterzubekommen. Nur dann müsste die Polygamie ja eine Erscheinung der Neuzeit sein und keine in unseren Genen verankerte. Das ist es also wohl nicht. Vor allem, da der Mensch in den wenigsten Fällen seine Geschlechtspartner hintereinander hat, sondern nebeneinander.

Und was ist eigentlich mit unseren Gefühlen? Sind diese echt gefühlt und vorhanden oder doch nur biochemische Vorgänge im Gehirn, die eben obigen Begründungen dienen? Ist der Mensch völlig fremdgesteuert durch Gene und Hormone oder kann er selbst bestimmen, wie er sein Leben leben möchte? Ist Eifersucht in der Tat die Angst, die Aufzucht des Nachwuchses könnte gefährdet werden, evtl. dem Mann sogar ein Kuckucksei ins Nest gelegt werden oder ist es doch nur das Besitzdenken der Menschen?

Welche Rolle spielen neben der Evolutionstheorie Erziehung, Religion und Wertevorstellung? Und welche Rolle spielt die sexuelle Zufriedenheit völlig unabhängig irgendwelcher mechanisch angewandter Methoden, die lediglich der Fortpflanzung dienen?

Und wenn man schon treu ist, wem oder was gegenüber soll man eigentlich treu sein? Sich selbst oder dem Partner gegenüber? Ist da überhaupt ein Unterschied?

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